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Samstag, Oktober 29, 2005

Morgen bin ich tot

Ich hatte auf heute die Aufgabe ein selbst ausgewähltes Gedicht vorzutragen. Dabei ging es vor allem um die Aussprache, Betonung und das spürbar werden der eigenen Interpretation im Vortrag.
Das Gedicht hat mich sehr angesprochen und berührt. Aber lest selbst....

Werner Bergengruen aus „Meine Deutschen Gedichte“ von Hartmut von Hentig

Leben eines Mannes

Gestern fuhr ich Fische fangen,
heut bin ich zum Wein gegangen,
– Morgen bin ich tot –
Grüne, goldgeschuppte Fische,
rote Pfützen auf dem Tische,
rings um weisses Brot.

Gestern ist es Mai gewesen,
heute wolln wir Verse lesen,
morgen wolln wir Schweine stechen,
Würste machen, Äpfel brechen,
pfundweis alle Bettler stopfen
und auf pralle Bäuche klopfen,
– Morgen bin ich tot –
Rosen setzen, Ulmen pflanzen,
schlittenfahren, fastnachtstanzen,
Netze flicken, Lauten rühren,
Häuser bauen, Kriege führen,
Frauen nehmen, Kinder zeugen,
übermorgen Kniee beugen,
übermorgen Knechte löhnen,
übermorgen Gott versöhnen –
Morgen bin ich tot.

Montag, Oktober 17, 2005

Spannende Lügen und langweilige Wahrheiten

In einer Zeit, wo das Wort Aufklärung nur noch mit Sexualunterricht verbunden wird und die meisten Begründer der heutigen Wissenschaft schon seit mehreren Jahrhunderten tot sind, befremdet einen, im ursprünglichen Sinne aufgeklärten Menschen doch die zunehmende Lust am Fantastischen im Volke. Neuerdings nennt man es intelligent design, dennoch ist dieses Gedankengut älter als die Wissenschaft. Und die Argumente gegen die gesammelten und vielfach bewiesenen Erkenntnisse sind auch immer noch dieselben. Früher wussten die Leute es nicht besser, doch was für eine Entschuldigung haben wir heute?
Gehen wir einen Schritt zurück, begeben wir uns in die Alchemie (s. Bild), eine Disziplin der auch Newton viel Zeit opferte. Der Glaube an die grenzenlose Schöpfungskraft des Menschen beseelte die Alchemisten - Vorläufer der Chemiker. Gehen wir noch weiter zurück, kommen wir zum Naturglauben, indem alle Dinge beseelt sind - auch leblose Dinge.
Es wäre dumm zu behaupten, dass die Wissenschaft alle Wahrheiten für sich gepachtet hätte und dass wir die Wissenschaft zum Kult erheben sollten, mit den Wissenschaftlern als Hohepriestern. Doch kann man sich der Tatsachen nicht verschliessen, die die Früchte eben dieser Wissenschaft sind. Wer meint er könne sein Auto nur durch seinen Glauben auf 100km/h beschleunigen (ohne Benzin), der beweise dies! Spannend wäre das schon, finde ich. Die Welt wäre viel aufregender, wenn wir nicht immer den unerbittlichen Gesetzen der Natur unterworfen wären. Wenn ich fliegen könnte, oder wenn ich alle Kriege beenden könnte... oder alle unliebsamen Zeitgenossen vom Planeten fegen. Es wäre toll wenn ich das könnte. Ich wäre Superman. Doch wenn es in unserer Natur stünde mit genügend Glauben übermenschliche Kräfte zu entwickeln, dann wüssten wir doch alle das dem so ist. Alles was in unserer Macht liegt, steht vielen Millionen Menschen zur Verfügung. Millionen von Menschen haben ein Talent für Musik oder sind begabt im Umgang mit Zahlen. Millionen von Menschen sind besonders kräftig oder sehr biegsam. Nichts was dem Menschen an Möglichkeiten zur Verfügung steht, ist nicht mindestens einem Zehntel der Menschheit gegeben. Wo sind also diese 700 Millionen Über-Menschen?

Ich gebe zu, wer sich nicht von alleine für die Wissenschaft begeistern kann, hat es schwer einen Zugang dazu zu finden. Die meisten Bücher sind knochentrocken und kompliziert geschrieben, als ob die Autoren bewusst die "unwürdigen" von der Lektüre abhalten wollten. Wohingegen schön bebilderte Websites und Publikationen der Kreationisten und id-Anhänger sehr bunt und immens simpel formuliert daher kommen. Das ist spannend, das ist abwechslungsreich, das macht an und versteht nun auch wirklich jeder.
Wo diese volksfremde Haltung der Wissenschaft führt sieht man am Beispiel der USA. Dieser mittlerweile fundamentalistische Staat mit demokratischem Flair, sieht sich zunehmend von Anbietern spannender Hypothesen bedrängt. Hypothesen (nicht Theorien), die manchen Lesemuffel, von denen es auch immer mehr gibt, zu einem leichten Ziel machen.

Ich fordere deshalb die Wissenschaftler unserer Zeit dazu auf: Bietet den Bürgern Eures Landes Einblick in Euer Schaffen. Scheut die Selbstkritik nicht und schreibt endlich mal verständlich!! Menschenskind, das kann doch nicht so schwer sein.


Was ist eine Hypothese?
Was ist eine Theorie?
Was ist Alchemie?
Hilfe für bedrängte Museumsführer!

Sonntag, Oktober 02, 2005

Es ist vollbracht ... fast

Eine schmerzvolle Woche ging zu Ende. Prüfungswoche! Das heisst eine Woche vorbereiten, eine Woche Prüfungen und am Dienstag nächster Woche hab ich dann die letzten Prüfungen abgeschlossen.
Und das nur weil übernächste Woche Herbstferien ist. Kein Jahresabschluss oder Maturaprüfung, nein einfach nur Herbstferien. So ne Schinderei für fast gar nix. "Much ado about nothing", aber so ist das Studentenleben, nach der Prüfung ist immer auch vor der Prüfung.
Ich hab nicht immer Mühe damit, aber diesesmal hats mich schon sehr mitgenommen. Liegt sicher daran, dass ich neben der Schule, die jetzt Ganztags geht nun auch arbeiten muss und auch immer wieder Teile meiner Energie meiner Freundin geben muss. Na mal sehen ob ich mich daran gewöhne, Routine hat ja genau in solchen Fällen ihre grossen positiven Seiten.

Ansonsten lenke ich mich immer noch regelmässig mit gamen am Compi ab. Zur Zeit spiele ich exklusiv Lineage2 (s. Link). TV gugg ich nur noch sporadisch, was auch gut ist, denn bald werd ich wohl wieder ganz ohne auskommen müssen :)

In Deutschland hat sich in der Zwischenzeit auch nicht viel getan, immer noch dasselbe Affentheater in der Regierung. Also wart ich mal ab, was es da zu kommentieren geben wird.