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Donnerstag, November 24, 2005

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I would like to cordially invite all the readers of my blog to share your thoughts on my articles with me. In short: Leave comments! Let me know what kind of topics you appreciate the most or which ones you would love to read here.

Alle Leser meines Blogs sind herzlich eingeladen Eure Gedanken über meine Artikel mit mir zu teilen. Kurz gesagt: Schreibt Kommentare! Lasst mich wissen welche Art Artikel Ihr am meisten mögt oder welche Ihr hier gerne lesen würdet.

Thank you, dear reader, for your visit and interest in my blog and hope to read from you soon.

Ich danke Dir, lieber Leser, für deinen Besuch und Interesse an meinem Blog und hoffe bald von Dir zu 'lesen'.

Euer Pat le Writer

Dienstag, November 22, 2005

Kanzler werden ist nicht schwer, Kanzlerin sein dagegen sehr

Dieses Bonmot zeigt wohl sehr deutlich die zu erwartende Entwicklung in Deutschland. Falls die CDU/CSU und Frau Merkel glaubten das Kanzleramt zu besetzen sei schwer, so werden sie nun die volle Härte des Alltags kennenlernen. In einem Land, in dem Politik einen so hohen Stellenwert hat und Narzissmus sich, wie die obligate Krawatte, um den Hals der Akteure schlingt, beginnt heute eine neue Ära.
Was ist denn an dieser neuen Regierung so besonders? Ist es die vielgelobte Tatsache, dass Frau Merkel die erste Frau im Amt des Kanzlers ist? Die langersehnte Quotenkanzlerin? Wohl kaum. Es ist die Vorgeschichte die den heutigen Tag zu einem so denkwürdigen macht. Nachdem die CDU/CSU Mitte der Neunziger dank Kohl die Wiederwahl verloren hatte, sahen sie sich plötzlich in die Meckerecke verbannt. Sicherlich sind sie wesentlich mächtiger und zahlreicher als die FDP, doch wie haben sie die letzten 7 Jahre verbracht?
Ähnlich einem gestürzten Diktator sahen sich die Schwesterparteien einem Enthüllungsprozess ausgesetzt. Wer die Macht verliert diktiert nicht mehr die Regeln und geniesst auch keinen absoluten Schutz mehr (Herr Kohl ausgeschlossen). Stetiger Imageverlust und dank Kohls erarbeitetem Machtvakuum fehlender Nachwuchs, stürzte die CDU/CSU in die Rolle der ewigen Opposition. Das neue Parteiprogramm für die nächsten 6 Jahre hiess also: "Wir sind gegen alles was die SPD/Grüne-Regierung sagt und produziert". Dies nahm zeitweilen überaus peinliche Züge an, in denen Frau Merkel sich nicht zu schade war als keifendes Weib in die Kameras zu gifteln und rhetorisch gekonnt den Mangel an eigenen Vorschlägen zu verdecken.
Die Quittung für die verplemperte Zeit kam prompt - der Souverän strafte die Regierung sowie die CDU/CSU gleichermassen ab. Der Wähler konnte sich nicht klar genug für das kleinere Übel entscheiden. Soll man der SPD/Grünen-Regierung nochmals eine Chance geben, obwohl sie unpopuläre Massnahmen beschlossen hatte, oder den ewigen Neinsagern mit der nicht mehr so weissen Weste den Vorrang geben?
Die eindeutige Antwort hies Jein. :-)
Die Ewiggestrigen bekamen eine schallende Ohrfeige und als wäre das nicht genug, bröckelt das Saubermann-Image der CDU/CSU mit der (Selbst-)Enttarnung Stoibers ("i bin a Depp") noch weiter. So wurde aus den Grossmäulern die dieses Jahr zur Wahl antraten, kleinlaute Zögerer. Ich befürworte solche, vom Souverän initiierte, Selbstfindungsprozesse sehr - man wird sehen wie lange den betroffenen Akteuren die dicke Backe in Erinnerung bleiben wird....

Donnerstag, November 10, 2005

Timokratie für alle!

Ist es möglich, dass wir uns heute, in der Politik, wieder auf die guten alten Werte der Antike zurückbewegen? Ist es möglich, dass das Politdrama in Deutschland, der "Bauernaufstand" in Frankreich und die Machtverschiebungen in den USA uns zur Timokratie zurück bringen? Die Pflichten und Rechte, also Macht, in die Hände der Besitzenden gibt? Solon hatte in Athen im 6. Jh v.Chr. diese Zwischenform zwischen der alten Aristokratie und der noch kommenden Demokratie eingeführt. Das war ein grosser Schritt nach vorne - damals.
Wenn das Volk zunehmend vom politischen Treiben ausgeschlossen wird und die Lobbys der Mächtigen immer öfter Einfluss auf die Politik ausüben, ist dann ein sanfter Wechsel zu einer Timokratie nicht die logische Folge?

Die ewige Frage nach der richtigen, wahren Staatsform. Die nie abschliessend beantwortet werden kann. Bis gestern war es für uns noch die Demokratie, wird sie es auch morgen noch sein? Versteht mich nicht falsch, ich rede hier nicht von drohender Anarchie oder dem totalen Zusammenbruch, das wird in nächster Zeit nicht geschehen. Aber mir stellt sich die Frage, ob wir in 40 Jahren noch eine Demokratie haben oder in eine Zwischenform, wie der bereits erwähnten Timokratie, rutschen werden. Kein Fortschritt ist auf ewig gesichert, wie man an PISA sieht. Auf der anderen Seite gibt es keine rein linearen Entwicklungen in menschlichen Gesellschaften. Doch welche Kräfte, wie regulierend die Entwicklung beeinflussen, das bleibt abzuwarten.

Ich persönlich denke, dass eine Tyrannis bzw. Diktatur in Europa und Nordamerika nicht möglich ist. Eine auf leisen Sohlen daherschleichende Entdemokratisierung hingegen schon. Ich hoffe allerdings, dass wir uns nur in einer turbulenten Zeit des Umbruchs befinden und sich die Weltlage in 10-20 Jahren wieder beruhigt und eine neue Ära der Fortschritte beginnt.

PS: Ob aber afrikanische (inkl. Israel), südamerikanische oder asiatische Länder ihre Staatsform wechseln oder beibehalten, hat entgegen Bushs Meinung einen weit geringeren Einfluss auf unsere Entwicklung.

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