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Dienstag, Januar 10, 2006

Wenn das Beste nicht mehr genügt

Wir leben in einer aufregenden Zeit, alles ist neu oder wird neu gemacht. Geben wir es doch zu, wir haben uns an ständige News gewöhnt. Wir werden muffig wenn sich mal eine Zeit lang nichts Neues ergibt. Die Technik muss Neuerungen bieten, die Mode sich jedes Jahr neu erfinden, die Medizin stetig Fortschritte machen und überhaupt darf nichts so bleiben wie es ist. Und um einen bekannten Zeitgenossen zu zitieren: "Alles bleibt anders" Ich will hier nicht der Schuldfrage auf den Grund gehen sondern der Frage nach der Notwendigkeit und dem Wieso?
Letztens lese ich vom Wettkampf zweier Frauen (die das übrigens gar nicht so sehen) wer die erste werde die alle 8000er Gipfel erstürmt haben wird. Was ist daran neu? Männer haben das schon erreicht, also genaugenommen hat das schon mindestens 1 Mensch geschafft. Aber eben noch keine Frau - Na und? Ich bin mir sicher, dass man in Kürze eine Liste von hundert Lebewesen erstellen kann, die das noch nicht geschafft haben.
  • Schwangere Frau
  • 5 jähriger Junge
  • AltkanzlerInnen (ja auch Frau Merkel wird mal alt)
  • Einarmiger Bandit
  • Leukämiekranker Pygmäe
  • Yorkshire Terrier
  • usw.
Doch was davon ist wirklich neu? Was wirklich relevant? Die obige Liste könnte man für viele Dinge benützen: Fast alle Wunderlichkeiten aus dem Guiness Buch der Rekorde, Ärmelkanal schwimmend überqueren, Als 1 Mannarmee in Russland einfallen, etc..
Die Frage nach der Relevanz und der mutmasslichen Innovation bleibt und sollte auch gestellt werden. Ich stelle hier nicht die Frage nach dem Nutzen von Spass und Abenteuerlust, die soll uns allen gegönnt sein. Nein es geht um unser gestörtes Verhältnis zu Beständigem und Neuem. Tausende Jahre lang hat die Menschheit mit einem sehr überschaubaren Mass an Neuerungen und Innovation gelebt - und nicht schlecht das möchte ich betonen. Seit der französischen Revolution aber nahm das Tempo der Newsflut stetig zu und brachte uns als ihre Kinder hervor. Die Kinder der News! Alles müss übertroffen, jedes Tabu zwingend gebrochen werden. Kein Stein darf mehr auf dem anderen bleiben. Dies hat uns zugegebenermassen auch viel gutes gebracht, aber eben auch diese ungesunde Sucht nach ewig Neuem, und der baldigen Steigerung desselben. So wird aus Mittelmass bald Herrvorragendes und sogleich danach das Beste. Dies wäre gemäss deutscher Grammatik das Ende der Fahnenstange, doch gibt man sich heutzutage nicht mit dem Besten zufrieden, denn unsere unstillbare Sucht muss befriedigt werden und so werden Grenzen überschritten.
. . . . . Die Grenzen des Sinnvollen!